Die Mohawk-Indianer

Kinder sind geachtet  |   Frauen sind geachtet  |   politische Macht  |   Leben im Stamm  |   Besitz und Heirat  |   Krieger  |   Drogen

sind berühmt als schwindelfreie Arbeiter im Stahlhochbau. Sie leben nördlich von New York an der Grenze zu Kanada und sind eine Nation der Irokesen.

Der "traditionelle Zweig" des Mohawk widersetzte sich 1979 einer Einzäunung ihres Reservats. Um ihre Häuptlinge vor der Verhaftung zu schützen, zogen einige Hundert Mohawk zusammen in ein mit Waffen geschütztes Camp.
Damit nahmen bisher "modern" vereinzelt lebende Familien die Lebensweise im Stammesverband wieder auf.

Die Clanmutter Elizabeth Clute erzählt, was sich mit der Abkehr von der "weissen Lebensweise" alles änderte...

Alle folgenden Aussagen entstammen einem Interview von Cristina Perincioli SFB 1980.

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Kinder sind geachtet

Kinder werden bestraft, aber nicht geschlagen.
Der Codex der Irokesen sagt: Das Ausschimpfen kleiner Kinder ist eine grosse Sünde. Das Kind fühlt sich elend und kann keine glückliche Zuknunft für sich sehen.
Es beschliesst, zu seinem Schöpfer zurückzukehren und stirbt.

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Frauen sind geachtet

»Wenn ein Mann seine Frau schlägt, werden die Clanmütter informiert.
Sie nehmen sich der Frau an, und die Häuptlinge knöpfen sich den Mann vor.

Viele Familien sind von der Stadt hierhergezogen, um uns zu unterstützen. Mit vielen Paaren, die aus dem "American Way of Life" kommen, haben wir Probleme.
Deshalb erklären wir der Frau, wenn sie hier ankommt, ihre Rolle, und ebenso wird der Mann von unseren Männern in seine Pflichten eingeführt.«

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Politische Macht

»Viele Weisse glauben, der Häuptling treffe alle Entscheidungen.
Er ist aber eher wie ein Minister, der trifft zwar Entscheidungen, wird sich aber hüten, das gegen den Willen des Parlaments zu tun - Clanmütter können den Häuptling auch absetzen«.
(Unsere parlamentarische Demokratie basiert auf der Staatsidee der Irokesen und wurde von französischen Kolonisatoren nach Europa mitgebracht. Leider wurde sie nur unvollständig übernommen...)

»...Die Clanmutter bestimmt den Häuptling. Sie kennt die Bedürfnisse ihres Volkes besser und den zukünftigen Häuptling von Kind auf.
Die Clanmutter selbst wird gewählt - von allen Frauen und Männern eines Clans.
Ihr werden alle Anliegen vorgetragen, sie diskutiert diese mit dem Häuptling. Dieser bespricht es mit den anderen Häuptlingen im Stammesrat - das Volk hört zu und kann auch sprechen. Die Clanmütter haben das letzte Wort.«

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Leben im Stamm

»Viele fragen sich heute schon mit Bangen: Was wird, wenn wir wieder zurückkehren in unsere Häuschen, wo wir Frauen alleine sind? - Denn hier arbeiten wir zusammen für eine gemeinsame Sache. Hier lernen wir eine Menge, und wir lernen nicht alleine, sondern zusammen mit anderen Frauen. Die weisse Lebensweise trennt uns voneinander.

Hier teilen wir die Hausarbeiten untereinander auf, so haben wir viel mehr Zeit für anderes; zum Beispiel setzen wir uns mit den Mädchen zusammen. Denn junge Mädchen haben eine Menge Fragen, die sie leichter einer anderen Frau stellen als der eigenen Mutter.«

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Besitz und Heirat

»Noch vor 25 Jahren erbten die Töchter das Land, und wenn sie heirateten, zog der Mann zu ihnen.
Aber dann hat uns die amerikanische und die kanadische Regierung ihre Gesetze aufgezwungen, und nun sind die Männer die Herren im Haus, und die Söhne erben das Land.«

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Krieger

Diese Mohawk fordern von einem Mann sehr viel Mut.
Das Camp wird von FBI und Polizei belagert; die Männer der Mohawks stehen ihnen bewaffnet gegenüber - Tag und Nacht.
Tod oder ein Leben hinter Gittern, ist die reale Aussicht für einen Indianer, der bewaffnet Widerstand leistet gegen die Staatsgewalt - heute die Rolle eines Kriegers übernimmt.
Für Feiglinge ist hier kein Platz.

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Drogen

»Viele sind hierhergekommen als Alkohol- und Drogensüchtige. Hier im Camp sind Alkohol und Drogen verboten.
Viele Jugendliche kamen her, um davon loszukommen. Sie sagten: Das ist der einzige Ort, wo ich es schaffen kann.«

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