Aggressive Jungen

Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen untersuchte, ob Jungen, die von den Eltern geschlagen wurden oder Gewalt zwischen den Eltern erlebten, selber vermehrt gewalttätig handeln.

Fazit: In Familien mit häuslicher Gewalt, werden die Kinder sieben Mal häufiger geschlagen, als in anderen Familien.
Je schlimmer die Elternkonflikte, umso widersprüchlicher auch ihr Erziehungsverhalten: dieselbe Tat wird einmal toleriert, ein andermal mit Prügel beantwortet. Das Kind erfährt nicht, wie es sich richtig verhalten soll, sondern fühlt sich ständig diffus bedroht.

Diese Inkonsequenz in der Erziehung erhöht offensichtlich die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen: Kontrolle und Grenzsetzung durch Eltern fallen weg, das Risiko für Delinquenz steigt.

Dieses Risiko scheint in unvollständigen Familien höher zu sein. Ursache ist aber nicht unbedingt eine Scheidung, sondern die Konflikte, die der Trennung vorangingen und sie begleiteten.

Quelle: Vortragsmanuskript von Peter Wetzels,
"Die Bedeutung innerfamiliärer Gewalt für das Sozialverhalten junger Menschen" Ergebnisse einer Untersuchung im KFN u.a. mit Christian Pfeiffer u.a. an 16.190 Jugendlichen.

"Wir haben mit vielen 5-8 jährigen Jungen gesprochen, die uns berichteten, wie viel Angst sie hatten, wenn Mutter geschlagen wurde, dass sie Gewalt ablehnen und selbst nicht gewalttätig sein wollen. Dennoch sind sie ihren Müttern gegenüber aggressiv und voller Verachtung."

"Fyren" - Therapiegruppe in die in Oslo, die mit Kindern von Opfern häuslicher Gewalt arbeiten

Eine Mutter berichtet