Vernehmung des Beschuldigten

Misshandler sind oft Menschen, denen man dies nicht „ansieht“, sie machen einen gewinnenden Eindruck, sind manchmal „Blender“.
Während ihr Opfer nach einer Attacke noch unter Schock steht und sich schämt, schafft es der Täter, die ganze Situation umzudeuten. Auch deshalb sollten Ermittler grundsätzlich bei jedem Fall die Liste zur Risikoabschätzung durcharbeiten.

In der Vernehmung wird ein Misshandler wie im obigen Videobeispiel gezeigt

  • anderen die Schuld zuschieben: Stress wegen Arbeit/Arbeitslosigkeit, Provokation durch das Opfer, Alkohol.
  • auf eine Solidarisierung durch Beamte zielen, die selber Probleme mit ihren Partnerinnen haben
  • falls sich das Opfer ihm entzogen hat, wird er versuchen, die neue Adresse zu bekommen, siehe Geheimhaltung.

Trotzdem ist es ratsam, auch den Beschuldigten zu laden (getrennt), ihm die Strafbarkeit klar zu machen und ihn auf Männer-Gewalt-Beratungsstellen hinzuweisen, wo er im Verhaltenstraining lernen kann, Stress zu Hause ohne Gewalt durchzustehen.

Täterprogramme - mehr dazu unter Kapitel „Täter“