Erfahrungen in Zürich

In Zürich wird durchschnittlich jeder dritte Misshandler vorübergehend festgenommen und die Bezirksstaatsanwaltschaft beantragt in der Folge Untersuchungshaft, falls kumulativ:

  • Lebensgemeinschaft von Opfer und Täter
  • Opfer macht glaubhaft, an Leib und Leben
    bedroht zu werden.
  • Täter bleibt uneinsichtig
  • Schwere der Misshandlung
  • zukünftige Gefährdung des Opfers
  • Gefährdung der körperlich / seelischen Integrität
    der Kinder

Bei einer Entlassung erhält der Täter Weisung hinsichtlich des Aufenthaltsorts, der beruflichen Tätigkeit und der ärztlichen Behandlung (Täterkurs...).
Die einmal Festgenommenen treten danach in der Regel polizeilich nicht mehr in Erscheinung.

»Der Täter spürt, dass seine Verhaltensweise Folgen haben kann und dass er diese Folgen selber tragen muss. Gemäß dem früheren Einsatzprinzip wurden die Frauen und ihre Kinder mit Sack und Pack ins Frauenhaus verfrachtet, während der eigentliche Aggressor friedlich in seiner Wohnung bleiben konnte und durch die polizeiliche Intervention überhaupt keine Nachteile erlitt. Ein solcher Täter dürfte in der Regel wenig Motivation zur Änderung seines Verhaltens verspüren und wird (..) die Polizei als Institution nicht mehr ernst nehmen.«
Major Silvia Steiner, Kripo Zürich