Warum schweigen Opfer?

Sie fühlen sich schuldig dafür, dass es ihnen nicht gelingt, eine "normale" Ehe/Partnerschaft zu führen und schämen sich, offen zu legen, wie sie gedemütigt werden.
Sie schweigen aber auch, wenn sie fürchten, durch unbedachte Dritte in noch grössere Schweirigkeiten gebracht zu werden:

  • Bei Ausländerinnen wird oft der Ehemann als Dolmetscher akzeptiert - fatal, wenn er der Täter ist. Auch die Kinder der Frau eignen sich dazu nicht. Mütter möchten oft nicht, dass sie von den Misshandlungen erfahren. Wenn Sie die Frau untersuchen, erfahren Sie per Zeichensprache mehr, als wenn Sie deren Mann übersetzen ließen. Noch besser, Sie holen eine Dolmetscherin oder eine fremdsprachige Mitarbeiterin dazu. Manche Frauen aus anderen Kulturen empfinden das Thema als zu intim, um sie mit einem Mann - hier einem männlichen Arzt - zu besprechen.
  • Kinder sollten bei der Befragung und Untersuchung in einem separaten Raum warten. Details zu erfahren über die der Mutter angetane Gewalt, kann ein Kinder sehr belasten. Außerdem könnte der Täter es später zwingen, die Aussagen der Mutter zu verraten.